Von Pleiten, Pech und Pannen… Regionalliga Punktspiel in Berlin

Ein Bericht von Daniela Hennig

Regionalliga Punktspiel 16. März in Berlin

TuS Germania Schnelsen vs. TTC Berlin Neukölln

Es ist der Fluch einer Hamburger Oberliga oder Regionalliga Mannschaft. Die ständigen Auswärtsfahrten nach Berlin. Jule, Thanh und ich sind das mittlerweile gewohnt und so machten wir uns auch an diesem Samstag mit dem Auto auf den Weg nach Berlin Neukölln, wo um 12.00 Uhr unser Punktspiel angesetzt war. Da die Staffelleitung einem Koppelspieltag für uns nicht zugestimmt hat, wussten wir, dass wir schon am Abend wieder zurück nach Hamburg fahren werden. Insgesamt standen uns also ca. 8 Stunden Autofahrt bevor. Trotzdem war die Stimmung wie immer ausgelassen und wir 3 tratschten schon morgens um 07.30 Uhr über den neusten Gossip.

Nachdem wir vor Ort (unter strömendem Regen) endlich einen Parkplatz ergattert haben, ging es ans Einspielen. Unsere Nummer 1 Amrutha haben wir direkt an der Halle getroffen, da sie derzeit mit ihrem Vater in Berlin lebt.

Leider gab es vor Ort nicht mal einen Kaffee für uns und so mussten wir ohne Koffein in die Doppel starten. Diese verliefen zuerst ganz unspektakulär. Amrutha und ich zeigten sicher nicht unsere beste Leistung, konnten aber trotzdem ein klares 3:0 erspielen. Anders am Nebentisch. Zuerst sah es nach einer deutlichen Niederlage für Thanh und Jule aus. Dann kam es aber zu einer sehr ungewöhnlichen Spielsituation, die das Spiel nochmal umkehren sollte.

Es war ein langer Ballwechsel, der teilweise hart umkämpft war. Plötzlich stieg der Ball so hoch, dass Thanh den Punkt nur noch mit einem harten Schuss nach Hause holen musste. Sie läuft auf den Ball zu, holt aus, springt in die Luft… und entscheidet sich kurzfristig dazu doch zu schupfen. Ein Bewegungsablauf, der einfach nicht für ihren Körper gemacht war. Sie schlägt konsequent am Ball vorbei und alle in der Halle fragen sich „wie kann das denn bitte passieren?“ Das war definitiv ein Elfmeter ohne Torwart. Nach kurzem Entsetzen brachen alle in schallendes Gelächter aus und die Gegner waren derartig verwirrt, dass sie danach beide Sätze verloren. Am Ende ging der Sieg dann trotzdem nach Neukölln.

Die ersten Einzel waren dann eher weniger spektakulär. Amrutha gewann klar gegen die Nummer 2 Jennifer Schmidt und Thanh musste sich gegen die wirklich starke Nummer 1 Katja Firat (trotz einiger Gegenwähr) geschlagen geben.

Ich konnte mein Einzel sehr deutlich gewinnen und Jule versuchte am Nebentisch alles, um gegen die Doppelnoppe Mareike Jünemann zu gewinnen. Nach 5 Sätzen dann leider die Niederlage. Spielstand 3:3.

In Runde zwei lief es dann ähnlich weiter. Amrutha konnte gewinnen. Thanh musste sich leider geschlagen geben (sehr ärgerlich…im Nachhinein war hier mehr möglich) und Jule konnte ebenfalls gegen die Nummer 4 Desislava Apostolova, eine Penholderin, gewinnen. Ich war gegen die Nummer 3 leider ziemlich ratlos und ging als klare Verliererin von der Platte. Spielstand 5:5.

In Runde drei versuchte ich alles, um die Nummer 1 ein wenig unter Druck zu setzen und konnte immerhin einen wirklich guten Satz erkämpfen. Mehr war aber definitiv nicht drin. Amrutha holte ihren vierten Sieg des Tages und Jule hatte leider auch gegen Jennifer Schmidt das Nachsehen. An guten Tagen hat Jule hier auf jeden Fall eine Chance! Spielstand 7:6 für das Heimteam. Thanh im letzten Spiel. Der Druck war groß. Schließlich wollten wir nicht mit 0 Punkten nach Hause fahren.

  • Kleine Randnotiz: Der HSV hat in der Zwischenzeit ebenfalls für ein 0 Punkte Ergebnis gesorgt. Trotz einer 2:0 Führung.

Aber zurück zu Thanh. Es war ein wirklich gutes Spiel und beide Spielerinnen waren motiviert, konzentriert und schenkten sich nichts. Thanh hatte teilweise ein klares Konzept, mit dem sie immer wieder punkten konnte. Dieses verlor sie aber auch manchmal aus den Augen. 2:2 / 10:8 Bälle für Thanh.
Am Ende musste sie sich dann aber doch gegen eine nervenstarke Nummer 4 geschlagen geben. Schade, aber sie hat auf jeden Fall gekämpft.

Frustriert von unserer Niederlage stiegen wir ins Auto und machten uns auf den Heimweg. Nach kurzer Spielanalyse auf der Autobahn fuhren wir plötzlich ab. Jule guckt uns an und sagt „Mädels, ich kann kein Gas mehr geben!“ Ratlos guckten wir uns an und blieben fast mitten auf der Abfahrt stehen. Da ging nichts mehr. Der Motor ruckelte heftig und wir kamen keinen Zentimeter voran.

Mitten in Berlin. Mitten auf der Autobahnabfahrt und vor allem Mitten im strömenden Regen. Ich bin mir sicher, dass wir in diesem Moment alle das gleiche gedacht haben „Wie kann man nur so ein Pech haben?!“. Ab diesem Zeitpunkt beginnt die Tortur für uns alle. Das Auto war kalt, wir hatten Hunger und der Abschleppwagen hatte sich erst für 50 Minuten angekündigt. Wir wussten nicht was mit dem Auto passiert und vor allem wie wir mit unseren Sachen heute noch nach Hamburg kommen sollten.

Ungefähr eine Stunde später hatte der nette (etwas zu stark gebräunte) Mann vom Abschleppservice klargestellt, dass wir mit diesem Auto nicht mehr nach Hamburg kommen. Und so packte er den Wagen auf seine Rampe, uns drei Mädels auf seine Beifahrerseite und fuhr mit uns zum Abschleppplatz. Ziemlich ranziges Fleckchen, wenn ihr mich fragt. Nun wussten wir immer noch nicht genau wie es weitergeht und inzwischen waren wir wirklich nervlich angeschlagen und auch etwas unterkühlt. Nach langem Hin-und Her mit der Versicherung sollten wir einen Mietwagen bekommen. Aber natürlich nicht vom Platz aus. Nein wir sollten noch einmal 20 Minuten Taxi fahren bis wir bei der nächsten „Hertz Zentrale“ einen Wagen bekommen sollten. Inzwischen war es fast 18.00 Uhr. (Zur Info. Wir haben um 15.15 Uhr die Halle verlassen).

Und wenn ihr denkt, dass dort ein geräumiger Kombi auf uns wartete…Pustekuchen! Es war ein Opel Corsa. Von 0 auf 100 in 1 Stunde….

Aber am Ende wären wir sogar mit einer Ente nach Hause gefahren. Hauptsache „ab nach Hamburg“. Und so machten wir uns auf den Rückweg und wussten, dass noch einmal über 3 Stunden Fahrt bevorstanden.

Auf der Fahrt sprachen wir noch oft darüber, dass wir heute echt Pech gehabt haben. Aber am Ende einigten wir uns, dass es auch hätte noch schlimmer kommen können (wir wurden schon drei mal geblitzt auf unseren Auswärtsfahrten) und dass wir so wenigstens eine coole Story zu erzählen haben.

Wir mussten noch oft über Thanhs spektakulären Fehlschlag im Doppel lachen und freuten uns, dass wir 3 Mädels das alles so gut geregelt bekommen haben.

Um 22.30 Uhr bin ich dann endlich zu Hause angekommen. Das war wirklich ein Abenteuer. Beim nächsten Mal fahren wir mit der Bahn!

Daniela

Ein Gedanke zu „Von Pleiten, Pech und Pannen… Regionalliga Punktspiel in Berlin

  • Was ist schon ein Punktspiel in Berlin ? Mehr oder weniger Routine. Wenn man verloren hat, ist es natürlich weniger erfreulich.
    Würzt man diesen Ausflug jedoch mit einigen Pannen, kann man noch in Jahren davon begeistert erzählen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.