Deutsche Meisterschaften der Leistungsklassen in Dinklage – Wir waren da!

Ein Bericht von Cedric Thornten – ehemaliger Spieler & Jugendtrainer bei Germania.

Jedes Jahr finden sie statt – Die Deutschen Meisterschaften der Leistungsklassen. Hierbei handelt es  sich um ein Großevent des deutschen Tischtennisverbandes, bei dem die Bundesländer auch in den  unteren Spielklassen jeweils ihre besten Spieler/innen hinschicken, um bei den Podest plätzen ganz  vorne mitzumischen. Für Hamburg traten vier Spieler/innen an, um den Stadtstaat würdig zu  vertreten: Kamiar Laurentino in der Herren‐ A  Klasse(Tus Germania Schnelsen), Viet Thanh Tran in  der Damen‐ A Klasse(Tus Germania Schnelsen), Celina Hanoldt in der Damen‐B Klasse( TTSG Urania  Bramfeld) und meine Wenigkeit Cedric Thornton in der Herren‐C Klasse( ATV von 1845).

Freitag den 14.6. fuhren wir bereits um 15 Uhr los, um uns die Gegebenheiten bereits vorher  anzuschauen und uns entspannt einspielen zu können. Wir kamen trotz Staus, dennoch geplant um  18 Uhr bei der Halle in Dinklage an. Zu unserer Begeisterung fanden wir eine großräumige Anlage  vor, welche keine Wünsche für Tischtennisspieler offen ließ. Zwei Hallen, welche miteinander  verbunden waren, waren vollgestellt mit Platten und der Boden war außerordentlich rutschfest. Wir  spielten uns 2 Stunden ein, bis wir uns dann auf dem Weg zu unseren Hotel machten, um  einzuchecken. Ein Abendessen bei dem hiesigen Griechen rundete den  Abend wundervoll ab, sodass  wir uns gesättigt, ausruhen konnten vor dem Großereignis. Am nächsten Tag waren wir pünktlich in  der Halle, so dass wir abermals die Gelegenheit bekamen uns einzuspielen, bevor die Action richtig  losging. Am Samstag sollten zuerst die Gruppenspiele der jeweiligen Konkurrenzen und  jeweils die  Achtel‐ und Viertelfinalspiele der Doppelkonkurrenzen gespielt werden.  

Damen A:  In der Damen A Konkurrenz waren sehr viele starke Spielerinnen vertreten, so dass sogar  Thanh mit enorm viel Regionalliga Erfahrung sich weit strecken müsste, um eine Medaille in dieser  Konkurrenz zu ergattern. Zusätzlich erwischte Thanh leider keinen Sahne Tag, sodass sich die  Erstgesetzte sowie die Zweitgesetzte in der Gruppe als zu stark, entpuppten. Als Trostpflaster konnte  Thanh im letzten Spiel einen Sieg gegen die Kontrahentin aus Sachsen‐Anhalt ergattern. Thanh und  ihre Partnerin hatten leider auch kein Losglück und hatten bereits in der ersten Runde es mit einer  starken Paarung aus Bayern zu tun, bei der beide Spielerinnen auch im Einzel es in die KO Runde  geschafft hatten. Mit einem 0:3 endete dieses Doppel sehr schnell, so dass Thanh nun wusste, dass  sie Sonntag kein Spiel mehr bestreiten würde.   

Damen B:   Wir merkten rasch, dass das Niveau in allen Konkurrenzen höher war, als man es in  Hamburg gewohnt war, so war auch die Damen B Konkurrenz  mit starken Spielerinnen besetzt.  Celina durfte gleich in ihrem ersten Spiel gegen die  Erstgesetzte in der Gruppe spielen. Die Bayerin  machte Celina das Leben schwer, doch mit großem Kampfgeist konnte Celina im vierten Satz einen  großen Rückstand noch zu ihren Gunsten drehen und gewann das Spiel im fünften Satz. Bravo!  Während sie der Zweitgesetzten aus Hessen eher wenig entgegenbringen konnte und 1:3 verlor, gab  sie in ihrem letzten Gruppenspiel nochmal alles. Schnell ging Celina gegen die Kontrahentin aus  Sachsen 2:0 Sätze in Führung, doch diese wurde immer sicherer und traf gute Topspins mit der  Rückhand, sodass Celina sich plötzlich im fünften Satz wiederfand. Doch Celina bewahrte einen  kühlen Kopf und entschied das Spiel mit 12:10 für sich. Großartig! Doch das Glück wollte irgendwie  nicht auf unserer Seite sein, denn aufgrund schlechteren Satzverhältnisses, schied Celina trotz 2:1  Spielen aus der Gruppe aus. Im Doppel schaffte es Celina mit ihrer Doppelpartnerin ins Viertelfinale,  doch war leider auch hier bei einer denkbar knappen Angelegenheit(2:3) Schluss, so dass auch Celina  kein Spiel mehr am Sonntag bestreiten würde. 

Herren A:  Kamiar war an eins gesetzt in seiner Gruppe, sodass hier auch gewisse Erwartungen bereits  im Vorfeld aufgebaut wurden. Im ersten Spiel zeigte Kamiar noch einige Unsicherheiten gerade im  Aufschlag/ Rückschlag Spiel konnte diese aber im Laufe des Tages immer weiter abbauen, so dass er  seiner Position gerecht wurde und mit 3:0 Spielen und einem Satzverhältnis von 9:2 die Gruppe  souverän abschließen konnte. Im Doppel konnten er und sein Doppelpartner bis ins Viertelfinale  vordringen, wo sie leider knapp 2:3 verloren. Dennoch hieß es aufgrund der hervorragenden  Ergebnisse in der Einzelkonkurrenz, dass Kamiar noch Spiele am Sonntag bestreiten durfte. 

Herren C:   Ich durfte ähnlich wie Celina gleich im ersten Spiel gegen den Erstgesetzten aus der  Gruppe spielen. Hier entwickelte sich auch gleich ein Fünfsatz‐ Thriller, bei dem ich am Ende leider  den Kürzeren zog. Da ich dann auch gegen Zweitgesetzten 1:3 verlor, brachte es mir nichts mehr dass  ich die Nummer 4 aus Bayern 3:1  schlug, für mich war die Einzelkonkurrenz beendet. Aber es blieb ja  noch das Doppel! Und diesmal schien es so, dass Hamburg auch mal Glück haben sollte. Mein  Doppelpartner Stephan Pauli aus Brandenburg hatte eine sehr starke Rückhand, welche wunderbar  mit meinem aktiven Vorhandspiel harmonierte. Das Achtelfinale und das Viertelfinale dominierten  wir regelrecht und zogen ohne Satzverlust weiter zum Tag zwei. 

Tag Zwei‐ Sonntag 

Am zweiten Tag  waren jeweils nur noch zwei Hamburger in zwei Disziplinen vertreten:

Kamiar im  Herren A‐Einzel und ich mit meinem Partner aus Brandenburg im Herren C Doppel.  Kamiar: Kamiar traf im Achtelfinale auf ein bekanntes Gesicht. Denn den Spieler aus Baden‐ Württemberg kannte er bereits vom Einspielen am Freitag. Hier lief Kamiar nochmal zur gewohnten  Form auf und terrorisierte seinen Gegner mit unangenehmen Noppen‐Störspiel und starken  Vorhandtopspins. Schneller als es dem Gegner wohl lieb war, wurde das Spiel beendet. Am Ende  stand es 3:0 für Kamiar. Im Viertelfinale  kam jedoch  ein ganz anderes Kaliber. Kamiar hatte es mit  dem Erstgesetzten des ganzen Turniers zu tun: Johannes Linnenkohl aus Hessen. Es entwickelte sich  ein feuriges Gefecht, bei dem Kamiar ihm sogar die Stirn bieten konnte und im vierten Satz führte.  Leider konnte er die Führung nicht über die Ziellinie bringen und musste dem 2100 TTR Mann und  späteren Turniersieger Johannes Linnenkohl gratulieren. Bei einer anderen Auslosung wäre  womöglich noch eine Medaille für Kamiar drin gewesen, schade! 

Cedric:  Im Halbfinale setzten mein Doppelpartner und ich das fort was wir an dem vorherigen  Spieltag begonnen hatten. Wir waren heiß wie die Feuerwehr und die Vorhandtopspins und  Rückhandtopspins klatschten nacheinander auf der gegnerischen Platte ein. Am Ende war das  Ergebnis wieder ein 3:0 und das hieß Finale!  Kamiar war so nett und stellte sich als Betreuer bereit.  Ich konnte es kaum glauben, erste Deutsche Meisterschaften der Klassen und gleich im Finale.  Unfassbar!  Es sollte noch viel unglaublicher werden, denn nach den ersten beiden Sätzen sah es  sogar nach einem weiteren Sieg aus. Mit Hilfe von Kamiars Coaching und einem guten Mix aus  sicheren Eröffnungstopspins und schlauen Platzierungen bei den Rückschlägen, hatten wir uns eine  solide 2:0 Führung erspielt. Im dritten Satz führten wir dann 10:7. Drei Matchbälle‐ Drei Chancen für  Gold! Und dann ging alles ganz schnell, irgendwie machten die Gegner das Unmögliche und drehten  den Satz noch, auch eine 11:10 Führung im vierten Satz für uns, konnte sie nicht stoppen und so  verloren wir noch 2:3.  Die Verbitterung war uns ins Gesicht geschrieben und wir brauchten beide  erst mal frische Luft‐ Aber am Ende kam die Große Erkenntnis: Wir sind Vizemeister im Herren C  Doppel!  

Abschliessend bleibt zu sagen, dass es ein großartiges Event war und eine wahnsinnig schöne  Erfahrung und dass ich hoffe, dass dieses Ereignis in Zukunft von den Hamburgern noch stärker  wahrgenommen wird, denn schließlich hatten wir in zwei Konkurrenzen nicht mal  Startplätze(  Herren B und Damen C).  Es wäre doch schön, wenn wir es schaffen würden im nächsten Jahr die  anderen Bundesländer noch mehr zu ärgern:)

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